Berichte 2011

Feldkampf Nindorf - Meldorf

Väterchen Frost hatte ganze Arbeit geleistet. Warf man noch vor wenigen Wochen bei stürmischenm Wind und viel Regen gegen den Erzrivalen aus Wolmersdorf, so musste man sich heute mit eisigen Temperaturen und schneebedeckten Weiden auseinander setzen. Wir gingen hoffnungsvoll und voller Zuversicht in den Feldkampf. Der Sieg gegen Wolmersdorf und damit der Urkampf des Mielebundes, konnte gewonnen werden und so ging es um die Krönung einer bis dahin starken Wintersaison. Leider trudelten unter der Woche einige Absagen beim Obmann ein und als dann noch am Vorabend des Kampfes erfahrene Kämpfer absagten, war das Dilemma vorprogrammiert. Statt der abgemachten 40 Werfer konnten wir nur 35 Werfer aufstellen und mussten dabei schon alles aufbieten, zu sehr wogen die teilweise haarsträubenden Absagen. Nach den Anwürfen beider Teams ging Meldorf gleich in Führung und hatte gleich auf den ersten Koppeln enormes Trüllglück. Wir haderten meist mit der Wurfrichtung und das Trüllglück sollte uns an jenem Tag auch nicht zur Seite stehen. Meldorf zog davon und streichte schnell 2 Schott ein. Erst langsam kam unsere überlegene Wurfkraft zum Vorschein und Meldorf konnte Meter um Meter abgenommen werden. Die Schotts mussten rein und der Kampf schien nun die erwartete Richtung zu nehmen. Zum Ende des ersten Durchgangs hatten wir die Blauen bis auf 7 Meter eingeholt. Der 2. Durchgang sollte jetzt besser verlaufen und man wollte dem Kampf jetzt die Wende geben. Zunächst zogen Meldorfs starke Nummern wieder ein Stück davon aber unsere erfahrenen Haudegen konnten sich an ihre Fersen heften. Die knackigen Temperaturen und das unwegsame Gelände forderten nun langsm den ersten Tribut. Die zunächst guten Würfe unserer Mannschaft wurden zusehends unsicherer und man konnte auch das Schwächeln der Gäste nicht ausnutzen. Zwar konnte man einen Führungswechsel erkämpfen aber sobald die entscheidenden Würfe gesetzt werden mussten, verließ uns das Glück oder Meldorf konnte sich auf sein enormes Trüllglück verlassen. Boßeln bedeutet auch kämpfen und da sich Feldkämpfe innerhalb nur ganz weniger Würfe komplett drehen können, gaben wir nicht auf. Jetzt, endlich nach einer gefühlten Ewigkeit, warf Ulf Hinz den ersten Nindorfer Trüllwurf und wir konnten Meldorf das erste Mal unter Zugzwang bekommen. Jetzt schienen wir den Kampf nach etlichen missglückten Aufholjagten endlich zu unseren Gunsten drehen zu können, aber wie auch schon im ersten Durchgang leisteten wir uns in den entscheidenden Situationen wieder eine Schwäche. So kam es zum Showdown im Schlussdrittel, wo beide Mannschaften nahezu Kopf an Kopf Richtung Ziel taumelten. Mal ein Bleier hier, dann ein Trüllwurf dort, Kretelei, Geschrei und Schlachtgesang… die Spannung war förmlich zu spüren. Beide Mannschaften wussten, wer hier den Fehler macht, der hat den Kampf verloren. So kam es, wie es kommen musste… unsere insgesamt schwache Vorstellung traf uns auch im Endspurt und Meldorf setzte im finalen Wurf den besseren, wuchtigeren und damit auch verdienten Punkt unter einem insgesamt geladenen Feldkampf. Bosseln ist und bleibt eine Menge Herzblut und am Ende des Tages weiß man, wofür man trainiert. Am Ende bleibt festzuhalten, dass man aus Nindorfer Sicht enttäuscht sein muss. Enttäuscht über das Fehlen zahlreichen Leistungsträger sowie erfahrenen Kämpfer, die Meldorf auf die leichte Schulter genommen haben. Am Ende hat sich dieses gerecht … aber wir werden draus lernen und den kommenden Winter anders angehen und dann wird neben Wolmersdorf auch Meldorf eine „Grüne Dampfwalze“ erleben. Mund abwischen und kommenden Winter zeigen was wir können!