Berichte 2012

Feldkampf Meldorf - Nindorf (18.02.2012)

Nindorf deklassiert Meldorf auf eigenem Boden

Das war eine schallende Ohrfeige für alle Meldorfer Hoffnungen, sich nach den Siegen 2010 und 2011, gegen die Nindorfer Gold zu holen. Bereits die Siege gegen Epenwöhrden und der deutliche Sieg in Wolmersdorf sorgten für eine tolle Stimmung im Kader der Nindorfer Boßler. Jetzt, zum wohl wichtigsten Kampf der Saison waren es wieder Scharen an Boßlern, die mithelfen wollten, die Goldene abzuwehren. Am Morgen des Kampftages verabredeten beide Obmänner eine Mannzahl von 36 Boßlern, die sich im Meldorfer Feld zum Kampfe treffen sollten. Besonders erfreulich war, dass selbst nicht nominierte Nindörper Jungs es als selbstverständlich ansahen, ihre Kameraden zu unterstützen. Diesem Pulk von Boßlern schlossen sich dann auch zahlreiche Zuschauer aus der Gemeinde an, was im Endeffekt eine personelle und stimmgewaltige Überlegenheit auf dem Felde ausmachte.

Das Meldorfer Gelände war durch das Tauwetter und dem einsetzenden Nieselregen sehr weich und tief, was dem Boßler besonderes Geschick abverlangte. Den Feldkampf boßelten gemäß der uralten Tradition die Würdenträger beider Lager an. Auf unserer Seite warf Klaus Busch Claußen gegen den Meldorfer Henning Ibs, den Klaus mit einem kleinen Vorsprung für uns entscheiden konnte. Nach den Anwürfen von Enne Reimers und Sven Hennig ging Meldorf deutlich in Führung und ließ uns zunächst hinterher laufen. Als sich Hans Werner Sievers gegen Thomas Flessau abwarf, standen wir schon mit dem Rücken zur Wand und sahen uns einer großen Schottgefahr gegenüber. Hier rettete uns ein guter Wurf von Dennis Lohmann, sodass wir zunächst den Kopf aus der Schlinge bekamen. In der Folge kämpften wir uns langsam an die Meldorfer heran und jagten ihnen Meter um Meter ab. An Nummer 10 war der Vorsprung dann endgültig aufgeholt und man wollte jetzt die Führung. Leider musste Florian Busch Claußen auf der Straße anlaufen, was ihm nicht zu Gute kam… seine Boßler flog aus der Bahn und hing im Geäst eines Baumes. Auf der Gegenseite konnte Meldorf diese Möglichkeit nicht nutzen und bleierte ebenfalls. Die Meldorfer zuckten jetzt noch einmal kurz auf und gingen erneut in Führung, ehe Malte Konik dem Kampf die endgültige Wende zu Gunsten der Nindorfer gab. Sein Geschoss pulverisierte den Rückstand… Jan Olaf Magdanz legte anschließend seinen Saisonhöchstwurf hin und dann war es Junior Sven Wittmaack, der seine Klasse zeigte und uns erstmals in Führung brachte. Die Jubelschreie aus dem Lager der Nindorfer waren nicht zu überhören und folglich hallte das Lied der Nindörper Jungs über die Weide. Kevin und Christian bauten den Vorsprung weiter aus, ehe Tim Rohwedder an Nummer 17 das erste Schott für die Nindörper Jungs holte. Ausgeschottet wurde auf Nindorfer Seite der Junioren - Kreisjugendvizemeister Maven Anhorn. Meldorf knickte jetzt ein und wir hatten alle Chancen der Welt, ihnen weitere Schotts zu verpassen aber gerade unsere erfahrenen Boßler schwächelten und hielten die Meldorfer damit weiter im Rennen. Gegen Ende des ersten Durchgangs legte der 13 jährige Jonas Schildt einen starken Wurf hin und brachte uns wieder weit in Führung, die dann bis zu den Schlusswerfern anhalten sollte. Thorsten Timm, Sören Jochimsen und Cay Siebke beendeten schließlich den ersten Durchgang, in dem Nindorf nicht stark boßelte aber immerhin mit einem Schott und ca. 20 Metern Kiek ut in Führung lag. Im zweiten Durchgang sah man endlich ein ganz anderes Nindorf... ein Nindorf, dass gierig auf Meter und starke Würfe war und so legten wir dann auch los. Gerade und weite Würfe peitschten durch den dichter werdenden Regen und endlich knüpfte man an die Leistung aus dem Wolmersdorf Feldkampf an. Besonders unsere Junioren Sven Wittmaack und Jonah Gieseler bestachen mit hervorragenden Würfen im vorderen Mittelfeld und erwiesen sich erneut als tolle Verstärkungen in unserer Mannschaft. Nachdem Sven bereits im Wolmersdorf Feldkampf ein Schott holte, war es nun Jonah, der mit seinem fulminanten Wurf das 2. Schott für die Nindorfer einfuhr. Das zweite Schott schien auch die letzten Meldorfer davon überzeugt zu haben, dass es heute nichts mehr mit Gold werden würde. Die Köpfe bei den Meldorfern hingen, was wir gleich zum 3. Schott ausnutzten. Nur rund 5 Werfer weiter war es erneut die Achse Kevin Rohde, Christian Köhne und Tim Rohwedder, die für das 3-0 sorgten. Leider traf es wieder Maven Anhorn, der extra aus Hamburg anreiste, um seine Mannschaft zu unterstützen. Fortan bahnte sich ein Debakel an und man war gewollt, nicht locker zu lassen. Der Stachel des vergangenen Jahres und das Trauma noch nie in Meldorf gewonnen zu haben, sollte mit einem Schlag ausgeräumt werden. Die folgenden Nindorfer Boßler zogen weiter wie an der Schnur gezogen durch die beflaggte Bahn und nur selten rutsche noch mal ein Wurf aus der Bahn, sodass wir mehrmals die Möglichkeit hatten, das 4. Schott draufzusetzen. An dieser Stelle war es allerdings traurig zu sehen, dass sich zahlreiche Meldorfer Boßler aus dem Staub machten und ihre Kameraden wortwörtlich im Regen stehen ließen. Selbst als Gegner sah man diese Einstellung mit bedauern, denn das zeugte in keinster Weise von Teamgeist dieser Boßler! Zum Ende hin war dann auch der Dampf bei den Nindorfer Boßlern raus und man war nicht mehr zu 100% auf das nächste Schott aus. Dennoch reichte es nach Cay`s Schlusswurf (in modischer langer Elli) zu einem Kiek ut von 58 Metern. Nach rund 4 Stunden Feldkampf war man stolz auf den Sieg von 3 Schott und 58 Metern, sodass Bürgermeister Busch Claußen spontan im Kreise seiner Kameraden noch auf dem Feld das Wort erhob und ein paar markige Worte zum Ergebnis fand. Mit hupenden Autos fuhr man schließlich ins „Fontana“ wo insgesamt rund 50 Nindorfer Boßler noch bis in die Abendstunden feierten.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass wir uns ohne Frage entwickelt haben. Nicht nur unsere 4 neuen Junioren haben sich gut eingefügt, sondern zudem auch zahlreiche weitere Boßler einen Leistungsschub erfahren. Fleißiges Training und viel ehrenamtlicher Einsatz haben eine wirklich starke Truppe zusammengeschweißt, die sich sicherlich noch nicht am Ende seiner Entwicklung befindet. Freuen wir uns auf die nächste Saison, wenn die Chance auf Gold gegen die Wolmersdorfer Erzrivalen über Allem stehen wird.