Berichte 2013

Nindorf schlägt Wolmersdorf und gewinnt GOLD (02.02.2013)

Am Sonnabend, den 02.02. standen sich die beiden Feldkampfmächte aus Nindorf und Wolmersdorf in der Nindorfer Feldmark gegenüber. In diesem Jahr ging es für die Nindorfer um die Goldene Boßel, da man bereits die Kämpfe in 2011 und 2012 für sich entscheiden konnte. Auf Nindorfer Seite fieberte man diesem Kampf bereits seit Wochen entgegen, denn nach 1993 sollte jetzt wieder der große Wurf gelingen. Traditionell trafen sich die Nindorfer Boßler sowie die zahlreichen Schlachtenbummler und Gäste im Nindorfer Hof, wo Obmann Stefan Reimers püntklich um 9:00 Uhr die Mannschaftsstärke von 37 Werfern feststellte. Die zuvor angepeilten 40 Boßler konnten nicht erreicht werden, da die „Isebrandts“ noch 6 zum Teil herbe Ausfälle zu beklagen hatten. Da Wolmersdorf 36 Boßler zur Verfügung hatte, einigte man sich folglich auf 36 Nummern. Anders als in den Jahren zuvor, merkte man die enorme Anspannung bei allen Beteiligten. Veteran Enne Reimers heizte seinen Mannen mit einer markigen Ansprache ein und dann ging es auch hinaus aufs Feld. Das dieser Kampf etwas ganz besonders ist, merkte man an der großen Zuschauerresonanz der Dorfbevölkerung. Eine Schar von über 100 Menschen fand sich schließlich auf der Hauskoppel der Familie Timm ein, um diesen Großkampf zu erleben. Um 9:45 Uhr eröffneten die Bürgermeister Pögel und Busch Claußen für ihre Dörfer, ehe ihnen die Brandmeister Boje und Borack folgten. Nach den Anwürfen der Würdenträger, lag Nindorf mit ca. 8 Metern in Front. Jetzt begannen die Teams mit ihren Anwerfern. Auf Wolmersdorfer Seite legte Lasse Ahrens einen Superwurf hin, den Sören Jochimsen auf Nindorfer Seite mit einem ebenfalls starken Wurf kontern konnte. Im vorderen Mittelfeld zogen beide Teams ohne großen Abstand zueinander über die ersten Äcker, ehe es dann in die aufgeweichte Feldmark ging. Nindorf zeigte gerade in dieser Phase noch eine gewisse Nervosität und haderte ein bisschen mit der Richtung. Schwatt Rut boßelte dagegen ganz stark und zog mit weiten und geraden Würfen Meter um Meter davon. Glück hatten die Nindorfer, als Marcus Dohrwardt die Teerstraße erwischte und sein Wurf dadurch noch einen gewaltigen Trüll bekam. Nach der zwischenzeitlichen Wolmersdorfer Führung kippte der Kampf und die Hausherren legten ihre Nervosität ab. Zwar leistete sich Nindorf weitere schiefe Würfe aber es reichte, sich Stück für Stück abzusetzen. Stefan Reimers, Ralf Gieseler und Malte Konik hatten starke Würfe, so dass Nindorf erstmalig an Nummer 15 in Schottnähe kam. An Nummer 16 folgte Christian, der mit einem wuchtigen Wurf das erste Schott (Andreas Wulf) für sein Team einstrich. Dieses erste Schott sollte der Brustlöser sein, denn ab diesem Moment boßelten die Nindorfer in gewohnt starker Manier. Starke Würfe von Sven Wittmaack und Enne Reimers brachten uns wieder gut in Front, so dass Schwatt Rut wieder einem Rückstand hinterher boßeln musste. Leider verzog Maven Anhorn seinen Wurf, so dass unser Vorsprung wieder auf wenige Meter zusammen schmolz. Thomas Ehlers und Marcus (Atze) Gieseler hatten dagegen wieder gute Würfe, so dass sich Nindorf wieder absetzen konnte. Das Bahnende war erreicht und es wurde gedreht. Mit Blickrichtung Nindorf, was scheinbar immer besondere Kräfte bei den Gastgebern freisetzt, boßelten wir nun richtig stark. Tobi Klinck, Kevin Rohde, Coffi Kuhrt, Tim Rohwedder und Marko Runge zeigten starke Würfe und zogen den starken Wolmersdorfer Schlusswerfern den Zahn. Auf der Wolmersdorfer Seite leistete sich unser Vereinsmeister Kai Funk einen schwachen Wurf, die Cay Siebke für die Hausherren zu einer gewaltigen Führung von rund 50 Metern ausbaute. Mit einer Führung von einem Schott und rund 50 Metern ging es in das zweite Durchwerfen. Sören Jochimsen und Ulf Hinz nagten am zweiten Schott für die Nindorfer aber Wolmersdorf kämpfte verbissen und zitterte die Kugel immer noch so gerade über die Nindorfer Marke hinweg. An Nummer 5 war es dann fällig. Olaf Wendland zeigte einen starken Wurf, den Finn Brandt auf Wolmersdorfer Seite nicht kontern konnte. Unter lautem Gejohle seiner Kameraden wurde das zweite Schott (Ole Beckmann) bejubelt. Das zweite Schott sollte fast schon den Genickbruch für die Roten bedeuten, denn man schien sich nun nahezu zu ergeben. Auf Nindorfer Seite boßelte man dagegen weiter konzentriert, denn die Erinnerung an das Fiasko von vor 6 Jahren war noch in den Köpfen der „Isebrandts“ präsent. Im Jahre 2007 boßelten die Nindorfer auch um Gold, verloren den sicher geglaubten Sieg aber am Ende mit 0,5 Metern. Dieses Drama sollte sich heute allerdings nicht einstellen, denn dafür war man ganz einfach viel zu konzentriert und auf den nächsten Wurf fixiert. Dennoch besticht der Boßelsport auch darin, dass Kampfverläufe schnell kippen können, wenn sich Kapitalbleier einschleichen, was dem Kampf die gewisse Spannung verlieh. Als die Teerstraße passiert wurde, ging es hinauf auf den Geestrücken und wie auch im ersten Durchgang, zeigten sich die Nindorfer Boßler als zu wurfstark gegenüber ihren Kontrahenten. Besonders erfreulich war der Wurf von Patric Claussen, der bei den Nindorfern an Nummer 13 gesetzt war. Der 16 jährige Nindorfer bestritt dabei seinen ersten Feldkampf und boßelte weit über 50 Meter und das auf ungewohntem Ackergelände. In ihm haben die Nindorfer ein weiteres junges Talent dazugewonnen, welches jetzt weiter aufgebaut werden muss. Nach Patrics Wurf, zeigten Ralf Gieseler und Malte Konik erneut gewaltige Würfe und brachten Christian in aussichtsreiche Schottposition. Christians flacher aber wuchtiger Wurf konnte von Tom Eckhardt auf Wolmersdorfer Seite nicht gehalten werden, so dass erneut ein lautes Schottgejohle bei den Grünen ausbrach. Wie auch im ersten Durchgang, traf es Andreas Wulf. Nindorf führte nun mit drei Schott und boßelte wie aus einem Guss. Mit weiten und geraden Würfen durchquerten wir die Feldmark und langsam aber sicher setzte die große Vorfreude ein. Auch die Stimmung bei den zahlreichen Nindorfer Schlachtenbummlern flammte mehr und mehr auf. Um Fahnenträger Ralf Gieseler sammelte sich ein immer größerer Pulk an, um den nächsten Werfer anzupeitschen. Der Kampf war auf der Zielgeraden und nach den letzten Würfen von Coffi, Tim und Dixi, war der große Augenblick da. Mit langen und kraftvollen Schritten durchpflügte Schlussmann Cay Siebke die Wasserpfützen und drosch seine Boßel über die Wolmersdorfer Marke hinüber. Die Freude und der Jubel kannte keine Grenzen mehr… Sektflaschen wurden geköpft, historischer Boden wurde in Tüten gepackt, Raketen und Böller krachten … In einer großen Jubeltraube ging es schließlich in den Nindorfer Hof, wo der Sieg gebührend gefeiert werden sollte. In den Schlussworten sprachen beide Parteien von einem stets fairen und verhältnismäßig ruhigen Kampf, der in den Nindorfern den richtigen Sieger gefunden hat. Bis in die frühen Morgenstunden wurde die Goldene Boßel gefeiert!

Lüch Op