Berichte 2014

Nindorf schlägt Wolmersdorf (01.02.2014)

Am Sonnabend, den 1.2. fand wieder der traditionsreiche Großfeldkampf der beiden besten Feldkampfteams des Mielebundes statt. Schon seit Wochen fieberte man im Nindorfer Lager auf diesen Termin hin, denn dieser Feldkampf ist immer von einer ganz besonderen Atmosphäre umgeben. Die große Rivalität der beiden Teams ist unbestritten, so dass der nahende Kampf stets für Gesprächsstoff in den Gemeinden sorgt. Als Obmann Stefan Reimers um 8:32 Uhr den Nindorfer Hof betrat, waren bereits einige Tische belegt und es dauerte nicht lange, bis eine Mannschaftsstärke von 38 Werfern festgestellt wurde. Pünktlich um 9 Uhr telefonierten die Verantwortlichen beider Mannschaften miteinander und einigten sich auf eine Stärke von 34 Werfern. In einer markigen Ansprache schwor Reimers die Mannschaft auf den beginnenden Kampf ein.
Die positive Stimmung trübte einzig und alleine das schlechte Wetter. Hatte man in den Tagen zuvor noch schönes frostiges Winterwetter, öffnete Petrus jetzt seine Regenpforten. Der Dauerregen sowie der hart gefrorene Boden bildeten ein rutschiges und gleichzeitig schwer zu bewerfendes Gelände. Traditionsgemäß eröffnen die Bürgermeister und Wehrführer den Feldkampf, ehe die Mannschaften gegeneinander antreten. Für Wolmersdorf eröffneten K. Thiessen und T. Boje gegen die Nindorfer Oberhäupter Busch-Claußen und Borack. Trotz eines Bleiers von Borack lagen die Nindorfer nur mit rund 30 Metern hinten, was im Vorfeld deutlich höher kalkuliert wurde. Thorsten Timm für Nindorf und Klaus Thiessen auf Wolmersdorfer Seite boßelten für die Mannschaften an. Beide Werfer nutzten den harten Boden und erzielten große Weiten. Mit der gewissen Vorahnung des frühen Nindorfer Rückstandes, wurde die Mannschaft einsprechend aufgestellt. Tim Rohwedder, Kevin Rohde sowie die beiden Abwerfer Enne Reimers und Malte Sievers pulverisierten den Wolmersdorfer Vorsprung. Die Wolmersdorfer zeigten nun einige Schwächen und ließen ihre Boßel gleich mehrfach nach rechts raus rutschen. Auf Nindorfer Seite boßelten M. Gieseler und D. Lohmann stark und brachten die Nindorfer weit in Führung. Y. Runge für die Wolmersdorfer holte nach einem starken Wurf gegen Dohrwardt einige Meter zurück, so dass nochmal Hoffnung für die Gastgeber aufkeimte. T. Beye mit einem starken Trüllwurf, der nur von einem Wall gestoppt wurde, baute den Vorsprung wieder aus. An Nummer 13 holte Sven Wittmaack das erste Schott für die Nindorfer. Seinen kraftvollen Wurf konnten die Roten nicht mehr kontern und kassierten das Schott (H. Ploen). Nindorf ließ nicht locker und ging durch einen 70 Meter Wurf von Maven Anhorn wieder mit rund 20 Metern in Führung. Stefan Reimers und Jonas Schild zeigten starke Würfe und schoben die Nindorfer erneut in Schottnähe. Wolmersdorf verteidigte das zweite Schott verbissen und wehrte sich erfolgreich. An Nummer 19 boßelte mit Thore Hinz der jüngste Werfer in den Reihen der Nindorfer. Der 14 jährige Nachwuchsmann zeigte dabei seine Qualität und konnte mit Thies Hinners einen erfahrenen Haudegen der Wolmersdorfer in Schach halten. Das Schott lag nun in der Luft, denn mit Malte Konick und Christian Köhne kam eine erfolgreiche Achse aus den Vorjahren zum Zuge. Malte nahm seinem Gegner durch einen starken Wurf,  der zugleich noch einen guten Trüll hatte, rund 40 Meter ab und brachte Christian gegen Henning Claussen in Schottposition. Claussen boßelte flach um der Kugel möglichst viel Trüll mitzugeben aber sein Wurf stieß sich an einem gefrorenen Maulwurfshügel, so dass seine Kugel zum stehen kam. Der Weg war frei zum zweiten Schott. Christian legte einen gewaltigen Frostwurf hin, der nach 122 Metern zum liegen kam, was die Wolmersdorfer nicht mehr halten konnten. Unter lautem Gejohle feierte man das zweite Schott. Die Nindorfer hatten nun deutlich das Heft des Geschehens in der Hand und zeigten trotz der schlechten Bodenverhältnisse tollen Boßelsport. Starke Würfe von Jan Thomsen, Lars Struve, Olaf Wendlandt brachten Nindorf erneut so weit in Führung, dass das dritte Schott zum greifen war. Coffi war es vorbehalten mit einem satten Setzwurf das dritte Schott zu holen. Was auf der einen Seite in Jubelstürmen entbrandete, versetzte die Wolmersdorfer in fassungsloses Staunen. Sollte man wie vor 2 Jahren erneut auf dem heimischen Gelände untergehen? Wolmersdorf zeigte gegen Ende des ersten Durchwerfens Moral und holte durch Lukas Rau und Lasse Ahrens viele Meter zurück, so dass die Hausherren zu mindestens kurzfristig eine Kiek ut Führung herausarbeiten konnte. Im Duell der Schlusswerfer zeigte Kai Funk seine derzeitige Höchstform und nahm Cay Siebke rund 20 Meter ab. Im zweiten Durchgang schien sich das Blatt zunächst zu wenden. Nindorf zeigte nun die eine oder andere Schwäche und brachte sich dadurch selbst in Bedrängnis. Nach dem Kevin Rohde und Uwe Schmidt zwei schwache Würfe hatten, mussten die Nindorfer das erste Schott einsetzen. Die Wolmersdorfer witterten Morgenluft und setzen nach. Die Würfe waren nun präziser und hatten auch den nötigen Schulterdruck, um der Kugel auf dem inzwischen seifigen Untergrund einen Trüll mitzugeben. Wolmersdorf war nun am Drücker und drängte auf das zweite Schott. Nach dem Julian Kümmel seinen Wurf nach rechts gleiten ließ, kam es wohl zu den spektakulärsten Szenen des Kampfes. Sven Wittmaack, ohnehin schon weit aus der Bahn, verzog erneut und boßelte seine Kugel auf die Siloplatte vom Landwirt Funk. Ein Trecker, der auf der Platte stand, wurde nur knapp verfehlt. Wolmersdorf hatte die große Chance Kapital aus dieser misslichen Lage zu ziehen, verpasste es aber. Enriko Gieseler brachte mit einem Wurf „ohne Raumgewinn“ die Kugel wieder in die Bahn. Hierbei musste er in Straßenschuhen auf der Platte anlaufen und seine Boßel über eine dreifache Lage Siloballen werfen. Der Wurf glückte und Nindorf war zu mindestens wieder in der Bahn. Maven Anhorn brachte Nindorf mit einem Gewaltwurf gegen Paul Behnke wieder in Führung. Zur Mitte des zweiten Durchwerfens kam es dann zum folgenschweren Unfall eines Wolmersdorfer Boßlers, worauf der Kampf für gut 20 Minuten unterbrochen wurde. An dieser Stelle wünschen die Nindorfer Boßler Dieter alles Gute und eine schnelle Genesung. Die Unterbrechung kam den Nindorfern recht, denn im Anschluss boßelte man wieder wie aus einem Guss. Weite und gerade Würfe sowie die nötige Wurfhärte ließen die Kugeln rollen. Die Wolmersdorfer konnten nicht mithalten und vielen Meter um Meter zurück. Das Kampfende nahte und die Nindorfer ließen keine Zweifel aufkommen, dass sie diesen Kampf erfolgreich beenden werden. Nach rund 4 Stunden Kampf besiegelte Schlusswerfer Cay Siebke den Nindorfer Sieg in Wolmersdorf mit 2 Schott und 24 Meter. Im Anschluss an den Kampf zog man gemeinsam in Theos Kneipe um sich bei Grünkohl und Kochwurst zu stärken. Die Bürgermeister Thiessen und Busch-Claußen, die Wehrführer Boje und Borack sowie die Obmänner Claußen und Reimers lobten in ihren Reden stets die Fairness des Kampfes und schenkten sich gegenseitig kleine Nicklichkeiten. Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Nindorfer absolut verdient den 4. Sieg in Folge gegen die Wolmersdorfer eingefahren haben und nach wie vor das Maß aller Dinge auf dem Feld sind. Zum Saisonabschluss reisen die Nindorfer Boßler am 15.2. zum Auswärtskampf nach Meldorf. Hier haben die Grünen erstmals die Chance in ihrer Geschichte eine Goldene Boßel gegen die Meldorfer zu gewinnen.
 
Lüch Op